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- 21. Dezember 2017
- 3 Minuten Lesezeit
Aktualisiert: 8. März 2023

Die Selbstbedienungsfiliale ist die Verkörperung des „phigitalen“ Bankwesens, wie Rob Leiponis, Präsident und CEO von Parabit, erklärt.
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Fintech Finance: Was waren einige der größten Veränderungen bei der Sicherheit von Filialen und Geldautomaten, und wie gut haben die Banken diese Herausforderungen bewältigt?
Rob Leiponis: Bis vor Kurzem bestand ein großer Unterschied zwischen den Sicherheitsvorkehrungen für Kunden, die eine traditionelle Filiale zum Bargeldabheben betraten, und denen, die einen Geldautomaten oder eine Filiale ohne Schalter aufsuchten. Die Technologie war zuvor eher auf den stationären Einzelhandel ausgerichtet und nicht auf das 24-Stunden-Selbstbedienungsmodell.
Seit 2010 und dem rasanten Wandel des Kundenverhaltens hin zum Mobile Banking hat sich die Bankenphilosophie grundlegend verändert. Banken investieren verstärkt in Self-Service-Angebote und nutzen Überwachung, Nahfeldkommunikation (NFC), Bluetooth, Beacons und Biometrie für Zugangskontrolle, Authentifizierung und Fernüberwachung ihrer Einrichtungen. Diese Entwicklung hat eine starke Synergie zwischen Sicherheit und Self-Service geschaffen. Beide Bereiche bedingen einander so sehr, dass die Grenzen zwischen Kundenerlebnis und Sicherheit zunehmend verschwimmen. Mobile Geräte, die kontaktloses Bezahlen ermöglichen und Kundendaten erfassen, bieten nun auch Zugangskontrolle und verbessern so das Kundenerlebnis und reduzieren das Betrugsrisiko.
Durch den Einsatz von Bluetooth Low Energy (BLE)-Beacon-Technologie zur Kommunikation mit verschiedenen digitalen Touchpoints in der Filiale können Banken nun eine Vielzahl von Daten erfassen und verarbeiten – von der Zugangskontrolle über die Kundenzählung bis hin zur Nachverfolgung von Aufenthaltsort und Verweildauer der Kunden. Diese Informationen können sie anschließend nutzen, um zielgerichtete Marketingkampagnen zu erstellen, die auf die Interessen der Kunden zugeschnitten sind.
FF: In welchem Umfang wird in der Filiale Automatisierung eingeführt, sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter?
RL: Wir beobachten einen drastischen Anstieg der Investitionen von Banken in Technologie für 24-Stunden-Selbstbedienungsfilialen sowie in zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz und zur Überwachung dieser Einrichtungen. In den USA ist ein enormer Anstieg von 24-Stunden-Selbstbedienungsfilialen zu verzeichnen – Filialen ohne Kassenschalter mit Zugangskontrolle, die kontaktlose Technologien und HD-Kameras mit Gesichtserkennung zur Identifizierung unterstützt.
Im Hinblick auf das Personal ermöglicht die Automatisierung einer Bank eine deutlich effizientere Nutzung der Kassierer, sodass diese in anspruchsvolleren Positionen eingesetzt werden können. Dadurch können sie sich auf ein besseres Kundenerlebnis konzentrieren. Neben Kosteneinsparungen bieten sich auch Möglichkeiten zur Weiterbildung der Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen.
Die Grenze zwischen Kundenerlebnis und Sicherheit verschwimmt zunehmend
FF: Man hört viel über den „Zweig der Zukunft“. Was bedeutet das für Sie?
RL: Angesichts der stetig wachsenden Innovationen im Bereich Kryptowährungen, Mobile- und Online-Banking wird die Anzahl stationärer Filialen abnehmen. Viele Institute setzen daher auf ein Hub-and-Spoke-Netzwerk für ihre Filialen, die mehr denn je interaktive digitale und Fernzugriffstechnologien bieten. Erfolgreiche Modelle, die kundenorientierte Erlebnisse mit benutzerfreundlichen, interaktiven Touchpoints ermöglichen, werden derzeit getestet und implementiert.
Digitale Zugangskanäle entwickeln sich stetig weiter, um den Bedürfnissen verschiedener Kundensegmente gerecht zu werden. Institutionen benötigen daher Mechanismen oder Dienstleister, die die Echtzeit-Auswertung von Kundendaten ermöglichen, um Standorte und digitale Kontaktpunkte zu identifizieren, anzupassen und zu optimieren und so die Kundenzugänglichkeit in ihren Zielmärkten zu maximieren.
FF: Wie können Banken angesichts des stetig steigenden Bargeldvolumens die Bargeldabwicklung effizienter gestalten?
RL: Ich bezweifle, dass sich der Wert von Bargeld in den nächsten fünf bis zehn Jahren stabilisieren oder gar sinken wird. Außerdem müssen Kryptowährungen meiner Meinung nach, um stabil genug zu sein, um Bargeld zu ersetzen, durch sichere Währungen oder Gold, Silber usw. gedeckt sein.
Technologische Weiterentwicklungen werden die Leistungsfähigkeit von Geldautomaten und Selbstbedienungstechnologien sowie die Interaktionsmöglichkeiten der Kunden damit kontinuierlich erweitern. In den USA hat das Streben nach Sicherheit und einem optimierten Kundenerlebnis dazu geführt, dass Geldautomaten und andere Selbstbedienungstechnologien vermehrt in Eingangsbereichen von Banken zu finden sind und der Ausbau und das Wachstum des 24-Stunden-Bankings deutlich beschleunigt wurden. Die Definition von Best Practices für den effizienten Schutz und die Wartung dieser Umgebungen stellt Banken vor eine zusätzliche Herausforderung.
FF: Wie wird sich die Filiale und ihre Position im Bankmodell entwickeln?
RL: Eine beträchtliche Anzahl von Filialen wird geschlossen, aber ebenso viele werden neu eröffnet, da die Selbstbedienungstechnologie die kassenlosen Filialen mit zentralisierter und verteilter Videokonferenztechnik ausstattet.
Die Rolle von Parabit in diesem Zukunftszweig wird darin bestehen, weiterhin Innovationen im Bereich der kontaktlosen Zutrittskontrolle , integriert mit einer mobilen App, die NFC- und Bluetooth-Zutrittskontrolle/Kundenzählung und Verweildauerstatistiken sowie Kundenprämien-/Werbefunktionen bietet, integriert mit mehrschichtiger Authentifizierung.
Unser MMR-Cloud-Service verbessert die Kundenauthentifizierung und sammelt Statistiken über Standortverhalten, die gezielte mobile Werbeaktionen und Prämien/Gutscheine über ein Software Development Kit ermöglichen, das in die mobile App einer Bank integriert ist.




